Kann euer Brettspiel in Bildungseinrichtungen verwendet werden?
Das kommt darauf an.
Wer ist die Zielgruppe und was ist das für eine Einrichtung?
„Wir sind eine Schule!„
Uns ist wichtig, dass niemand zu einer Teilnahme an einem Spiel gezwungen wird. In einem freiwilligen Nachmittagsangebot kann das Brettspiel daher gerne bereitgestellt werden. Für eine verpflichtende Projektwoche oder für den Unterricht möchten wir allerdings nicht, dass unser Brettspiel eingesetzt wird.
„Wir sind ein Jugendtreff!“
Bitte beachtet, dass unser Material nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet ist. Unser Spiel braucht außerdem eine gute Moderation und die Möglichkeit angesprochene Themen gemeinsam oder einzeln nachzubereiten. Bitte lies dir dafür vor einem Spiel sorgfältig unsere Anleitung durch.
Hier sind die wichtigsten Punkte zusammen gefasst, die es in pädagogischen Kontexten zu beachten gibt:
Stichwort Überwältigungsverbot:
„Jetzt hast du die Rolle eines Opfers gespielt. Jetzt siehst du mal, wie sich sexuelle Belästigung anfühlt.“
Zum einen lassen sich Strukturen, die für manche Menschen Gewalt bedeuten, nicht einfach durch einen kurzes Spiel erlebbar machen. Ein Rollentausch zeigt immer nur einen kleinen Ausschnitt aus der Erfahrungswelt anderer.
Zum anderen ist es nicht das Ziel des Brettspiels, Angst oder Scham auszulösen oder Menschen zu bestrafen. Das Spiel ist als Conversation Starter zu verstehen, nicht als Werkzeug, um jemanden zum Nachdenken zu zwingen.
Rollen verfälschen
Bitte seid euch darüber bewusst, dass das Spiel Belästigungssituationen stark vereinfacht. Es gibt keine „einfachen Tricks“ um sich vor Belästigung zu schützen und auf die Frage „Was würde dir in dem Moment helfen?“ kann es sehr individuelle Antworten geben.
Kennst du das wenn?
Für die eine Person ist das Ganze nur ein Gedankenexperiment – für die andere vielleicht eine echte Erinnerung.
Mit dem Brettspiel werden Themen angesprochen, die wir auf keinen Fall außerhalb eines betreuten Rahmens an Jugendliche herantragen wollen. Bereitet euch als Betreuende darauf vor, wie ihr damit umgehen wollt, wenn jemand eine persönlichen Erfahrung teilen möchte. Auch im Nachgang sollte es ein vertrauliches Gesprächsangebot geben. Haltet Ansprechpersonen bereit und sorgt dafür, dass alle Raum haben, um sich auszudrücken.
Spiel bedeutet Spaß oder?
Mit dem Begriff „Serious Game“ wird bereits deutlich, dass es sich bei unserem Brettspiel nicht um ein Unterhaltungsspiel handelt. Trotzdem kann es sein, dass es zu komischen Situationen kommt. Spielende sollten sich nicht dafür schämen, dass sie eine clevere Strategie anwenden oder auch gemeinsam über etwas lachen mussten.
Legt vor einem Spiel fest, was ein respektvoller Umgang für alle Beteiligten bedeutet. Stellt gegebenenfalls Regeln auf, damit keine Dynamiken entstehen, in denen Gewalt reproduziert wird.
Spielstop
Gebt Spielenden die Möglichkeit jederzeit eine Pause zu machen, vielleicht sogar kurz aufzustehen und den Raum zu verlassen. Stellt Snacks und Getränke bereit und betont, dass es völlig in Ordnung ist das Spiel abzubrechen.
Bitte informiert alle Teilnehmenden darüber, was im Spiel passieren wird. Ihr könnt zum Beispiel gemeinsam einen Blick auf die Angriffskarten werfen, bevor es los geht. So bekommen alle ein Gefühl dafür, wie Belästigungen im Spiel dargestellt werden.
Kleine Änderungen
Wir sind gerne bereit eine Version des Spiels auf eure Einrichtung anzupassen. Wir empfehlen zum Beispiel ein neutrales Cover zu verwenden, wenn das Spiel offen in einem Regal oder einem Schaufenster stehen soll.
Alle Materialien liegen unter einer Creative Commons Lizenz. Das bedeutet, ihr könnt das Spielmaterial auch selbst drucken und dabei abändern oder weiterentwickeln, solange wir als Urheber*in genannt werden.
Wenn ihr Interesse daran habt, unser Spielkonzept für ein Projekt zu nutzen, nehmt über eine Mail Kontakt mit uns auf. Wir schauen gerne, ob wir eine Spielversion bereitstellen können, die euren Bedürfnissen gerecht wird.