Glossar

Catcalling

Catcalling bezeichnet eine Belästigungsform, bei der eine Gruppe männlich gelesener Personen im Vorbeifahren oder Vorbeilaufen einer fremden, weiblich gelesenen Person hinterher pfeifen oder anzügliche Dinge zurufen. In einigen Ländern (Frankreich, Portugal, Niederlande) ist Catcalling strafbar, in Deutschland steht das immer wieder mal zur Diskussion.

Einfache Sprache

Beispiel:
Eine Frau läuft auf der Straße entlang.
Eine Gruppe Männer stehen am Straßenrand.
Sie rufen der Frau etwas hinterher.
Häufig sind das Kommentare über das Aussehen der Frau.

Eine Bleistift Zeichnung zeigt einen Mann und eine Frau auf einer Straße. Der Mann ruft der Frau etwas hinterher. Es gibt keine Sprechblase, die zeigt was er sagt. Stattdessen ist ein Herz eingezeichnet. Das deutet an, dass es sich um eine Art "Flirt" oder um ein anzügliches Kommentar handelt.

„Ey Baby, in der Hose sieht dein Arsch verdammt gut aus!“

Männer, die Catcalling gut finden, sagen oft:
„Catcalling ist doch nur ein Kompliment.“ Viele Frauen fühlen sich aber belästigt davon.

Exhibitionismus

Der Begriff beschreibt eine Handlung, bei der Menschen ihre nackten Genitalien in der Öffentlichkeit zur Schau stellen. „Zur Schau stellen“ kann heißen, dass ein Mensch ungefragt seine Genitalien vor einer Gruppe Menschen entkleidet. Es kann jedoch auch heißen, dass er die nackten Genitalien einer einzelnen Person zeigt, ohne dass diese Person zugestimmt hat. Exhibitionistische Handlungen können strafbar sein, es kommt dabei jedoch sehr auf die Situation an.

Einfache Sprache

Beispiel:
Ein Mann steigt in die Bahn.
Er setzt sich einer Frau gegenüber.
Plötzlich öffnet er seine Hose.
Er zeigt der Frau dabei seinen nackten Penis.
Das nennt sich „Exhibitionismus“.
Das ist strafbar.
Du kannst die Polizei rufen, wenn du dich gestört fühlst.

Andere Wörter dafür sind:
– sich entblößen
– ein Flitzer
– ein Streaker (englisch)
– ein Nacktläufer
– ein Flasher (englisch)

Manspreading

Beim Manspreading sitzen eine männlich gelesene und eine weiblich gelesene Person nebeneinander. Dabei nimmt die männlich gelesene Person unangenehm viel Raum ein und spreizt die Beine soweit, dass die weiblich gelesene Person keine Möglichkeit mehr hat ihre Beine bequem anzuwinkeln.

Bei Rückfragen zu diesem Verhalten geben Männer immer wieder pseudowissenschaftliche Begründungen an und behaupten es wäre ungesund oder sogar gefährlich für Penis und Hoden die Beine beim Sitzen zu schließen.

Einfache Sprache

Beispiel:
Ein Mann sitzt in einer Bahn.
Dabei lehnt er seine Beine weit auseinander.
Das nimmt viel Raum ein.

Eine Frau steigt in die Bahn.
Sie setzt sich neben den Mann.
Der Mann macht ihr keinen Platz.
Er breitet seine Beine trotzdem weit aus.
Die Frau kann deshalb nicht bequem sitzen.

Ein Mann sitzt breitbeinig in der Bahn. Er nimmt damit mehr Raum ein, als sein Sitzplatz hergibt.


Privileg

Mit Privileg sind Vorteile gemeint, die Menschen durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe erfahren. Im Umkehrschluss heißt das, dass Menschen außerhalb dieser Gruppe Nachteile erfahren.

Oft geht es um den Zugang zu Ressourcen:
Jobangebote, Zugang zu sicheren Wohnsituationen, Teilhabe an sozialen Gemeinschaften, Schutz in Krisensituationen…
Privilegierte Menschen haben dadurch mehr Handlungsmöglichkeiten und können selbstbestimmter leben.

Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe kann sich unterschiedlich zeigen: Es kann hierbei um die Hautfarbe, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, körperliche und mentale Gesundheit oder auch um Religion und Bildung gehen.

Einfache Sprache

Ein Privileg ist ein Vorteil für eine Gruppe Menschen.

Beispiel:
In Deutschland dürfen zwei Frauen heiraten.
Das ist aber erst seit Kurzem so.
Bis 1994 war das sogar verboten.
Eine Frau durfte dagegen schon immer einen Mann heiraten.
Eine Frau, die einen Mann heiraten wollte, hatte deshalb einen Vorteil.
Sie konnte ihren Partner heiraten.

Vorteile können unterschiedlich aussehen:

– Manche Menschen bekommen schneller eine Wohnung.
– Manche Menschen bekommen mehr Geld.
– Manche Menschen werden freundlicher begrüßt.

Menschen bekommen diesen Vorteile oft, weil sie zu einer Gruppe gehören.

Diese Gruppen können so aussehen:
– alle Menschen mit weißer Hautfarbe
– alle Menschen, die sehen können
– alle Menschen, die dünn sind
– alle Menschen, die kein Kopftuch tragen

Menschen ohne Vorteil haben einen Nachteil.
Dieser Nachteil ist ungerecht.
Ein Kopftuch hat schließlich nichts mit einer Wohnung zu tun.
Ein Kopftuch darf daher kein Grund für einen Nachteil sein.